17. Februar 2011

haste mal Betriebsrat?

Mit oder ohne spielt nicht nur im Zeitalter von Aids eine Rolle. Auch im Arbeitsrecht macht mit oder ohne einen gewaltigen Unterschied. Dabei könnte man sagen, der Arbeitgeber hält es lieber wie der einschlägig-klischeebehaftete männliche Thailandtourist, der Arbeitnehmer machts mit.
Ohne ist schlecht. Da gibt es bei betriebsbedingten Kündigungen keine sechstelligen Abfindungen, keine Transfergesellschaft, Möglichkeiten eines durchsetzbaren Mitbestimmungsrechts. Und dann erst der Wirtschaftsausschuss...
Bei vielen Arbeitgebern ist nicht mal das KSchG anwendbar. Mit 58 ist da bei betrieblichen Umstrukturierungen einfach Schluss. Wobei: Gründe muss der Arbeitgeber da nicht mal haben, nur einfach keine Lust mehr.
Das sind doch Unterschiede: der eine hat 30 Jahre im Büro ganz locker gemacht, eine zusätzliche Betriebrente und geht - nach einem Leben mit schönem Gehalt - mit 60 in einen gleitenden Vorruhestand. Der andere hat 30 Jahre malocht, in einer zugigen Halle, seinem Handwerksmeister die Treue gehalten und bekommt nach einer längeren Erkrankung ab 60 einfach nichts mehr. Bisschen Arbeitslosengeld, dann muss an das Ersparte (Alg II ist ja nicht).
Da finde ich dann den Peilsender am Firmenwagen des Betriebsrats im Verhältnis gar nicht so wild. Man muss ja nicht alles machen und dann auch noch meckern, wenn man erwischt wird. Z.B. Doktorarbeit mit copy und paste in summa cum laude, da wird man auch geschlachtet (vielleicht auch, weil der eine oder andere hoffte, es könnten mal wieder mehr Leute mit Dynamik in die Politik gehen). Ohne dass das Persönlichkeitsrecht interessiert, einfach weil man übertrieben hat und seinen Ehrgeiz nicht mehr unter Kontrolle - aber das ist natürlich ein ganz anderes Thema. Oder doch nicht?

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