28. Januar 2011

Messehostess und SGB IV

Wenn der Hals kratzt, das Kreuz schmerzt und man auch sonst etwas übellaunig wird, kann es leicht passieren, dass man in böse Ironie abrutscht. Manchmal.
Eine Wahnsinnsmeldung von Juracity hat mir eine halbe Stunde meiner Zeit gestolen und mehrfaches Weitersurfen. Eine halbe Stunde lang fragte ich mich "Und?" - wurde aber leider nicht fündig. Die Rentenversicherung äußert viele Ansichten. Ganz ehrlich: ich werde derzeit nicht von Anfragen mehrerer Agenturen überschwemmt. Aber ich bin ja auch auf Sozialrecht spezialisiert und nicht Fachanwalt für Scheinselbständigkeit.
Da braucht man einen spezialisierten Anwalt. Am besten spezialisiert auf - äh - ne ich lasse das jetzt.
Man muss da Unterschiede machen. Manche verkaufen öffentlich ihre theoretischen Kenntnisse für 75 oder 150 € und man merkt die Erfahrung in diesen Äußerungen. Dass Halbwissen irgendwie gefährlich sein kann, behaupten ja manche Leute.
Und mancher Schuhmacher macht super tolle Schuhe. Für einen Anzug würde ich trotzdem jemand anderen nehmen. Fliesen und Parkett ist mitunter auch anders, wenn auch beides irgendwie mit Boden zu tun hat.
Was in aller Welt macht eine Messehostess selbständig, frei, unternehmerisch? Sie verfolgt vermutlich ein strategisches, unternehmerisches Konzept. Das kann man hinterfragen. Aber das kann man auch vertraglich regeln. Ein Satz, der mir immer gut gefiel war "ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis ist nicht gewollt."
Falls es jemand interessiert: die Propagandistin (so ähnlich wie promoting) hatten wir schon hier. Aber eigentlich ist das schon wieder anders als Messehostess, obwohl es irgendwie mit Arbeit zu tun hat.

Kommentare:

  1. Es gibt eine Entscheidung des Landessozialgerichts Hessen zum Thema mögliche Arbeitnehmerüberlassung von Messehostessen, die nebenbei auch alle Argumente, die man gegen eine Scheinselbständigkeit anführen könnte, recht liebevoll zerpflückt. Leider habe ich gerade die Fundstelle nicht da, ist schon einige Jahre her. Bei der Juracitymeldung frage ich mich auch, was daran neu sein sollte.

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  2. Man sollte eben aufpassen mit den Mitarbeitern "auf Rechnung", auch wenn es praktisch ist. und manches kann man nun mal nicht "weggestalten". schade, dass Sie den Ausgangspunkt auch nicht spannend fanden, sonst hätte ich jetzt auch jeden Tag gepostet, wer bei mir wegen dieses Problems angefragt hat.
    Falls Sie die Entscheidung suchen sollten: über sozialgerichtsbarkeit.de findet man erfreulichweise nahezu alles aus den letzten 6-10 Jahren

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