26. Oktober 2010

dann mal wieder Zeugnis

Unternehmerarbeitsrecht aus Berlin (was aus dem Süden wie ein Widerspruch in sich wirkt) bringt uns eine Entscheidung, die einmal mehr beweist, dass man sich auch beim Zeugnis um nahezu alles streiten kann. Zeugnisklagen sind unbeliebt: aufwändig und wenig zu verdienen. Und sie erfordern viel Kreativität Tatsachen vorzutragen, aus denen sich Wertungen ergeben könnten.
Zeugnisse sind für den Arbeitnehmer wichtig, wichtiger als einige tausend Euro zusätzliche Abfindung. Vielleicht führt das Geklage zu Verzerrungen, aber kein Mensch lädt einen Mitarbeiter, der sich hin und wieder mal bemüht hat und durch seine Pünktlichkeit allen ein Vorbild war, zum Vorstellungsgespräch.
Eine böse Sache würde ich gerne mal auf Arbeitgeberseite ausprobieren. Eine Zeugnisklage bis zum Schluss, bei der es ausschließlich um Bewertungen geht. Ich lehne mich dann entspannt zurück und lasse den Arbeitnehmeranwalt den Versuch unternehmen die Begriffe "engagiert", "selbständig" und "zuverlässig" mit Tatsachen zu belegen. Und das Sozialverhalten gleich noch mit.
Vielleicht möchte ich nach vielen Zeugnisklagen mit viel taktischen Versuchen mal genießen.

Kommentare:

  1. In meinem Zeugnis aus der Zivilstation steht unter anderem: Frau Braun war höflich und selbstbewusst, das Arbeiten mit ihr eine reine Freude.

    War das jetzt schlecht oder was? ;-)

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  2. Liebe Frau RAin B. aus H., irgendwie hab ich doch den Verdacht, dass Sie eine dieser Mädchen waren, die eine sehr traurige Referendarzeit verbrachten. ;-)

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  3. Ich war in Siegen, da reicht für ein langes Trauma.
    ;-)

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  4. Ach so?
    Was ist schlimmer als Verlieren?

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