30. September 2010

wenns um Geld geht: Prozesskostenhilfe

Warum der Anwalt bei Beginn der Tätigkeit um etwas Geld bittet, wurde zum wiederholten Male gepostet. Hintergrund ist ganz einfach, dass der Strafverteidiger vom einsitzenden Mandanten kein Geld mehr erwarten darf, ähnliches gilt in allen Formen von Sanierungsfällen, da hat man auch wenig Lust nach geleisteter Arbeit die "Vorarbeit" der letzten Jahre auszubaden und leer auszugehen. Egal, ob es sich um Unternehmen oder Privatpersonen handelt.
Fein ist dann die Gewährung von Prozesskostenhilfe. Bevor Anwalt aber zum Gütetermin erscheint oder irgendwie weiter macht (die Klage und alles davor war ja schon für lau), ist es hilfreich wenigstens die ausgefüllten Formulare zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen bei Gericht vorlegen zu können.
Aber auch das wird mitunter zum Problem. So schwierig, so viele Unterlagen. Nein, ich fülle das Formular nicht aus, ich helfe, aber ich bin nicht das Sekretariat, irgendwo ist alles zu Ende.
Ich fahre auch nicht zum Mandanten nach Hause und durchwühle dessen Chaos um den Mietvertrag, die letzten Gehaltsabrechnungen, den Bescheid zum Krankengeld und die Schulden der letzten Jahre heraus zu suchen. Auch Plastiktüten gehen unangesehen wieder zurück.
Prozesse führen bedeutet ein wenig Teamwork. Und zwar nicht in dem Sinn "toll ein anderer macht es". Der Mandant liefert wenigstens einigermaßen sortiert, der Anwalt macht. Ohne Lieferung keine Arbeit.
So wie zuhause: wer zu faul ist, einkaufen zu gehen, bleibt hungrig.

1 Kommentar:

  1. "So schwierig, so viele Unterlagen." ergänze: so viele Buchstaben...

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