9. August 2010

"und dann kam Emmely"

Das genaue Urteil ist noch nicht veröffentlicht. Aber ich verliere ein wenig mehr die Hoffnung auf eine klare Linie.
Klar, die Volksseele (und der "gesunde" Menschenverstand) hat gekocht und die Politik hat geschrien. Die arme Frau. Und logisch hatte ich da Mitleid - wegen der kleinen Doofheit bei Hartz-IV landen. Nur ist die Kündigung damit endgültig in ein wirres case-low entglitten. Wem - außer der Betriebsstilllegung - noch ein Fall einfällt, auf den er 1000 € wettet, der schreibe mir eine Mail. Ich weiß schon Angemessenheitsprüfung und so. Kann man auch systematisch machen, aber da kommt doch kein zuverlässiges Ergebnis raus.
Der letzte feststehende Punkt verhaltensbedingter Kündigung war ja mal: der Arbeitgeber muss sich weder beklauen noch betrügen lassen. Egal um welchen Betrag es geht. War hart, war von den Folgen schon mal daneben (im Vergleich zu anderen Kündigungsgründen), aber man wusste wenigstens in dem Bereich was einen erwartet. Und hatte man brav die Anhörung durchgeführt, durfte gehofft werden eine klare Ansage zu erhalten.
Nun haben wir auch hier das Ja-aber-Prinzip. Umgekehrter Rechtssatz: Man darf zwar nicht klauen, aber wenn es angemessen ist, dann muss man schon zweimal erwischt werden.
In der Beratung des Arbeitgebers wird das Klasse.
Nebenbei: Glückwunsch an den Kollegen Hopmann, ob man nun mit ihm und seinem Vorgehen, mit der politischen Grundhaltung oder der Farbe seiner Schuhe einverstanden ist oder nicht. Das Ergebnis zählt. Er hats tatsächlich geschafft. Chapeau

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